Wie Ihr ja alle wisst, sind in Rumänien in der letzten Zeit viele Hunde getötet worden. Obwohl die Gesetzeslage jetzt wieder anders aussieht, werden vielerorts die Massentötungen fortgesetzt.

In unserem Projekt „Hilfe für Streuner“, bei Michael, kommen in den letzten Monaten immer mehr stark verängstigte und scheue Welpen an. Tierschützer finden oft verlassene Welpen, deren Mutter weggefangen wurden und bringen diese zu Michael. Vor den Tötungsaktionen gab es zwar auch scheue Welpen, diese waren aber eher selten. Inzwischen sind mehr als 70 % der Welpen verängstigt und traumatisiert.

Aber das ist nicht alles!

Es gibt als Folge der Tötungen eine wahre Welpenschwemme! Die getöteten Hunde machen den Platz frei für Welpen, die sonst dort nicht hätten überleben können. Das Prinzip ist: Eine bestimmte Fläche ist ausreichend, um eine bestimmte Anzahl an Hunden zu ernähren. Werden jetzt erwachsene Hunde weggefangen und getötet, machen sie quasi Platz für neue Hunde, bis die Fläche wieder ganz ausgelastet ist.

Die tierfeindlichen Menschen haben also GAR NICHTS erreicht durch ihre widerwärtigen Massnahmen! Wann lernen die endlich? Beendet endlich das grausige Treiben und DENKT MAL NACH!!!

Völlig frustriert und traurig,

Julia

Hier könnet Ihr ein etwa 23 Minuten langes Video von unserem Projekt „Asociatia pentru maidanezi“, zu deutsch „Hilfe für Streuner“, anschauen.

Wir wünschen viel Vergnügen!

Euer Team der Streunerhoffnung 🙂

Ein kleiner Reisebricht von Krisztina´s Rumänienreise:

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, ich habe mich dort so wohl gefühlt, dass ich am liebsten gleich für immer dort geblieben wäre. Die Arbeit mit den Hunden in Rumänien fühlt sich für mich viel richtiger an, als die Büroarbeit hier zu Hause.

Ich war überrascht, wie „gut“ die Hunde dort aufgehoben sind. Ich hätte mit Schlimmerem gerechnet. Die meisten haben einen Innen- und Außenzwinger. Sie haben ca. 20-30 m² Auslauf und sind wind- und regengeschützt. Sie kommen 3 x am Tag in den großen Auslauf. Die Hunde leben mit etwa 3 Artgenossen, mit denen sie sich verstehen, zusammen. Es wird sehr auf die Hygiene und auf die richtige medizinische Versorgung geachtet.

Was mich sehr beeindruckt hat, ist das wirklich ALLE Hunde aufgenommen und behandelt werden. Sie helfen allen Hunden und investieren in jeden Hund und geben somit jedem Tier eine Chance und entscheiden nicht, wer leben darf und wer nicht.

Nach Möglichkeit wird sich gemeinsam mit anderen Vereinen und Privatpersonen auch um die übrigen Straßenhunde gekümmert. Bei jedem Transport werden Zwischenstopps gemacht und Futter für die dortigen Straßenhunde hingestellt.

Und glauben Sie mir, es ist sehr belastend, wie viele Straßenhunde man auf der Durchfahrt sieht und wie dankbar diese für ein paar Stück Trockenfutter sind.

Ich habe mich vor Ort viel mit den ängstlichen Hunden beschäftigt. Wir haben uns einfach für ein paar Minuten ohne Blickkontakt zu halten in den Zwinger gesetzt und es hat gar nicht lange gedauert, da sind die ersten schon neugierig geworden. Es ist so schade, dass für diese Art von Zuwendung meist keine Zeit bleibt, obwohl es so wichtig wäre das Vertrauen dieser Hunde wiederherzustellen. Wir haben mit den Hunden auch viel Gassi-Gehen geübt, sehr viel mit den Welpen gespielt, übrigens die beste Medizin für die Seele, und uns auch um „Karl-Heinz“ gekümmert, der wegen seiner Staupenerkrankung isoliert sein musste. Er hat sich über jede Art von Kontakt sehr gefreut. Es gab auch einen Hund mit gelähmten Hinterpfoten, mit dem wir gegangen und gelaufen sind, indem wir seine Hinterpfoten mit einem elastischen Tuch gehoben haben. Er hat sich so über ein bisschen Freiheit gefreut.

Was mir extrem schwer fiel, war den anhänglichen Hund nicht zu viel Aufmerksamkeit zu schenken. Einige waren dabei, die sofort sehr personenbezogen waren oder Welpen, die sehr gewinselt haben. Tja das Winseln zu ertragen gehört sicher nicht zu meinen Stärken. Aber die Hunde haben es natürlich umso schwerer, wenn sie sich an einen binden und man dann nicht mehr da ist.

Sehr beeindruckt war ich auch von den Spenden, die in der Zeit ankamen, als wir dort waren. Als ich hörte, dass die Hunde dort 2,5 Tonnen Futter pro Monat benötigen, hat das mein Weltbild doch sehr geändert. Wir denken, dass wir mit unseren 15 kg Futtersäcken etwas bewirken, dabei brauchen die Hunde über 80 kg am Tag. Auch ich habe versucht an meiner Arbeitsstelle (Unternehmen mit 1000 Mitarbeitern mit durchaus guten Gehältern und vielen

Tierbesitzern) Spenden zusammen zu bekommen, aber leider kam nicht viel dabei heraus.

Bezüglich Sicherheit hatte ich in Rumänien überhaupt keine Bedenken. Die Hunde im Tierheim in Rumänien sind überraschend wenig feindselig. Sie wirken sehr ausgeglichen und ruhig.

Für mich ist eins der schönsten Sachen, die ich bisher gesehen habe, wie aufopfernd und selbstlos sich die Freiwilligen im Tierheim um die Hunde kümmern und versuchen zumindest ein kleines bisschen wieder gut zu machen, was den Tieren auf der Straße angetan wurde.

Nach unserer Heimkehr ist es mir sehr schwer gefallen, mich wieder ins Berufsleben zu integrieren. Die Leute fragen zwar, wie es war und was ich erlebt habe, aber ein wirkliches Verständnis existiert kaum und das finde ich sehr traurig. Jedenfalls wollen wir selbst bald einen Hund adoptieren.

Wir werden dann wieder nach Rumänien fahren und schauen welcher zu uns passt. Ein großer Traum von mir wäre auch Pflegehunde aufzunehmen und diese zu vermitteln

Reisebericht Krisztina Rumänien (1)       

Reisebericht Krisztina Rumänien (3) 

Reisebericht Krisztina Rumänien (2)       Reisebericht Krisztina Rumänien (4)